NS im Museum – jenseits und diesseits der Wende

Abschlusstagung eines Forschungsprojekts des brandenburgischen Museumsverbandes
„Entnazifizierte Zone? Zur Darstellung der NS-Geschichte in ostdeutschen Stadtmuseen“

in Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

Ort: Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Zeit: 19. – 20. September 2016

Vor drei Jahren wagten wir die Hypothese von der „entnazifizierten Zone“. Wird die NS-Zeit von Museen im Osten der Bundesrepublik nur ungern thematisiert, weil hier das antifaschistische Dogma der DDR wie traumatisch nachhallt? Oder trog der erste Eindruck? Einmal angefangen muss man natürlich weiter fragen: Wie ideologisch normiert sind die Antifa-Ausstellungen in Stadt- oder Bezirksmuseen der DDR eigentlich gewesen? War es wirklich alternativlos, sie 1989/90 nahezu durchweg ersatzlos zu schließen? Und was ist nach der „friedlichen Revolution“ an deren Stelle getreten?
Wir haben uns vorgenommen, den Nebel um diese Fragen etwas zu lichten. Dazu haben wir mit Unterstützung der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stiftung Erinnerung – Vergangenheit – Zukunft  an ausgewählten Museumsstandorten im Land Brandenburg Sondagen vorgenommen. Es gelang, eine Reihe von Ausstellungen jenseits der politischen Wende zu rekonstruieren. Auch aktuelle Präsentationen haben wir einer kritischen Sichtung unterzogen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen unserer Tagung zur Diskussion gestellt werden. Dazu haben wir Kolleginnen und Kollegen aus Ost und West eingeladen, ein zentrales Stück (ost-)deutscher Erinnerungskultur zu reflektieren. Am Ende stellen wir die Frage, was wir denn lernen sollten aus der Erfahrung des Nationalsozialismus und was Museen mit ihren Ausstellungen dazu beitragen können. Wir suchen keine Generallösung, sondern fragen nach der Verantwortung vor Ort – im Osten wie im Westen.

vorläufiges Tagungsprogramm:

Montag, 19. September 2016

10.00 – 10.20

Begrüßung

10.20 – 10.40

Susanne Köstering

„Entnazifizierte Zone?“ –Das Forschungsprojekt. Die Hypothese

 

Sektion 1 - Darstellungen des NS in der Ära Honecker

10.40 – 12.20

Christian Hirte

Ausstellungsanalysen: Bezirksmuseen Frankfurt/Oder, Cottbus, Potsdam, Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

KuratorInnen: Hartmut Knitter, Katharina Kreschel, Steffen Krestin, Martin Schieck

12.20 – 12.30

Kommentar: Jürgen Danyel

12.30 – 13.00

Diskussion

13.00 – 14.00

Mittagspause

 

Sektion 2 - Die große "Säuberung": Was geschah 1989/90?

14.00 – 14.45

Wolf Karge

Anti-antifaschistischer Bildersturm?

14.45 – 15.30

Annette Leo

Das Projekt „Traditionskabinett im Thälmann-Park“: Ein Rückblick

15.30 – 16.15

Cornelia Zimmermann

„Volksgemeinschaft“ vs. „Klassenkampf“? Das Museum für die Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung in Halle

16.15 – 16.45

Pause

16.45 – 17.30

Diskussion

18.00

Abendspaziergang mit Thomas Wernicke: Die aktuelle Kontroverse um die Garnisonkirche

Gemeinsames Abendessen

 

Dienstag, 20. September 2016

10.00 – 10.10

Begrüßung

 

Sektion 3 - Darstellung des NS in der Gegenwart

10.10 – 11.40

Susanne Hagemann

Ausstellungsanalysen: Stadtmuseen Frankfurt (Oder), Fürstenberg (Oder), Fürstenwalde, Luckenwalde, Potsdam

KuratorInnen: Axel Drieschner, Jutta Götzmann, Kurt Ranger, Claudia Rücker, Martin Schieck

11.40 – 11.50

Kommentar: Irmgard Zündorf

11.50 – 12.30

Diskussion

12.30 – 13.30

Mittagspause

Sektion 4 - Konflikte, Probleme, Positionen heute

13.30 – 15.00

Impuls: Irmtrud Wojak

Gespräch mit Erika Eschebach, Anselm Hartinger, Steffen Stuth

15.00 – 15.30

Pause

15.30 – 16.30

Schlussdiskussion

„Entnazifizierte Zone“ – Für und Wider einer Hypothese

Fazit

17.00

Tagungsende